Cornelius Reid zum Thema Ästhetik

Um eine gewisse Klangästhetik geht es natürlich allen Gesangspädagogen in ihrer Arbeit. Das Problem ist nur, dass Ästhetik sehr häufig nicht nur als Ziel verstanden sondern auch als Mittel eingesetzt wird, um dieses Ziel zu erreichen.

Dies gilt zwar in gewissem Maße für alle Gesangsstile, aber besonders im klassischen Gesang  ist diese Tendenz sehr verbreitet. Klassische Sänger glauben in der Regel, dass eine schön klingende Stimme automatisch eine gesunde ist. Da aber auch das, was als schön empfunden wird, sehr subjektiv sein kann, ist das eine irreführende Vorstellung, durch die viele Sänger in Probleme geraten.

„To make beauty of tone the direct object of study is to put the cart before the horse. In the first place, no one can know the true textural quality of a given voice until functional freedom has been attained. Therefore, without functional freedom the natural beauty of the voice is unknown. Thus, the only conclusion to be reached is that the teacher who strives for tonal beauty as a direct object of study either has prescience, or is merely imposing his own aesthetic evaluations onto his students. Success in achieving pure tone quality will only come with the release of wrong tension, which is the meaning of vocal freedom.“

Autor: Monika Kopp

Stimm- und Gesangspädagogik nach Cornelius Reid Alexander-Technik